Zu Besuch bei Georg Wertheim auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof, Berlin

Zu Besuch bei Georg Wertheim auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof, Berlin

Nachdem wir bereits den Grabstein von Hugo Wertheim vorgestellt haben, hat uns ein Friedhofsbesuch in Berlin zum Grab seines bekannteren jüngeren Bruders, Georg Wertheim, geführt. Georg Wertheim wurde am 11. Februar 1857 als zweiter Sohn von Abraham und Ida Wertheim in Stralsund geboren. Er und sein Bruder Hugo absolvierten zu Beginn der 1870er Jahre bei ihrem Onkel in Berlin eine kaufmännische Lehre, kehrten nach Stralsund zurück und traten als Partner in die Firma ihrer Eltern ein. Nach dem frühen Tod seines Bruders war Georg Wertheim ab 1883 für das Unternehmen verantwortlich. Schon 1884 initiierte er die Expansion in weitere Städte. Jahre später folgten dann große Warenhäuser u. a. in Berlin, wohin die gesamte Familie 1888 umzog. In Stralsund eröffnete Georg Wertheim am 5. Dezember 1903 das große Kaufhaus in der Ossenreyerstraße 8–10. 1927 wurde das Warenhaus erweitert. Der imposante Lichthof, der noch heute zu sehen ist, stammt aus dieser Zeit. Georg Wertheim trat 1905 zum protestantischen Glauben über und heiratete Ursula Gilka (12.01.1885-24.01.1975). Mit ihr hatte er zwei Kinder. Auf äußeren Druck, insbesondere der Nationalsozialisten, ließ er sich 1938 von ihr scheiden. Am 31. Dezember 1939 verstarb Georg Wertheim an einer Lungenentzündung und wurde auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof II in Berlin gegenüber dem 3-gliedrigen Grabgebäude der Familie Glinka (auf dem Bild links am Rand) bestattet.